"weltberühmt für seine Geschichte und Kultur"

Luftverschmutzung und Feinstaub in Peking

Die Stadt Peking zählt zu den Städten mit der höchsten Luftverschmutzung der Welt.

Kaum war die Meldung über die PM2.5-Feinstaubdichte in Peking über die Nachrichtenticker verbreitet, haben auch alle etablierten Medien sofort darüber berichtet. Ist ja auch was Feines, wenn selbst in dem Moloch Peking endlich einmal der Feinstaub so gemessen wird, wie dies international üblich ist. Bislang wurde in Peking nur nach dem PM10-System gemessen. Viel wichtiger ist jedoch die PM2.5-Feinstaubdichte, da die wesentlich kleineren Teilchen tiefer in die Lunge gelangen. Es hat fast den Anschein, dass plötzlich das Land für etwas, das im Grunde selbstverständlich ist, gefeiert wird. Peking, eine Millionenmetropole mit mehr als 20 Millionen Einwohnern gehört immerhin zu den "Top-10" der der weltweit schmutzigsten Städte. Genau betrachtet hat aber allein die Volksrepublik China 45 Millionen-Städte mit "dicker Luft". Das Atmen fällt dort besonders schwer und die Kliniken "erfreuen" sich an einer stetig wachsenden Kundschaft. Vielleicht wird auch dies bald als positiver Aspekt bei der Anregung des Binnenmarktes angesehen.

Dass es für Tablets und Smartphones eine "App" gibt, die, unabhängig von den stattlichen Stellen die Messergebnisse der amerikanischen Botschaft in Peking im Stundentakt verbreitet, ist genauso unnütze wie das Bemühen der staatlichen Stellen, die Fakten in irgendeiner Form zu verharmlosen. Dass hier viele Menschen nur noch röchelnd durch die Gegen wandeln, ist und bleibt eine Tastsache. Schuld ist weniger der stetig wachsende Verkehr, sondern die Kohlekraftwerke, die ohne oder mit veralteten Filtern arbeiten sowie die Millionen von privaten Kohle-Heizungen. Zwischenzeitlich leben in China prozentual mehr Menschen in Städten als auf dem Land. Eine Veränderung die vielleicht die Politik in China in Gang gesetzt hat. Millionen Blogger widmen sich auch der schlechten Luft. Natürlich muss hier niemand einem sagen, dass die Luft schlecht ist, aber durch das Internet ist das Thema ganz offiziell und permanent im öffentlichen Gespräch. Auch wenn das Internet in China der Zensur unterliegt, alles und jeden Beitrag können auch hier die Zensurbehörden nicht verhindern. Das Internet ist in China eine Triebfeder der Politik. Genau aus diesem Grund herrscht in Peking auch "dicke Luft" und den Verantwortlichen ist klar, dass etwas passieren muss. Da sich die Kraftwerkseigener jedoch gegen strengere Auflagen wehren und trotz aller gigantischen Anstrengungen beim Aufbau von alternativen Energien viel Zeit vergeht, kann keiner heute vorhersagen, wann es zu tatsächlichen Veränderungen kommen wird. Immerhin, auch wenn es ein schwacher Trost ist, soll die Bevölkerung in China bis 2016 flächendeckend über die tatsächlichen Feinstaubwerte informiert werden.

Da zwischenzeitlich allein in Peking an einzelnen Tagen zum Teil hunderte Flüge abgesagt oder verschoben werden müssen, da die Dunstglocke über der Stadt deren Start verhinderte, kommt auch ein wirtschaftlicher Aspekt hinzu. Peking möchte zudem ein wesentlich größeres Drehkreuz im internationalen Flugverkehr mit einem neuen zusätzlichen internationalen Flughafen in die Realität umsetzen. Ein solches gigantisches Vorhaben mit politisch extrem hoher Priorität darf auf keinen Fall dann am Smog der Stadt ersticken.

Auch touristisch möchte China zum "Weltmeister" werden, nachdem China in wirtschaftlicher Hinsicht bereits allen anderen Ländern den Rang streitig machen konnte. Touristisch ist aber eine Luft, die als "ungesund" betitelt werden muss, nicht sonderlich gut zu verkaufen. Urlaubsfotos um "westlichen Internet" die keinen blauen Himmel, sondern Städte im Smog zeigen, sind alles andere als eine gute Werbung. In diesem Falle hilft es auch nicht sonderlich, wenn wie bislang die Messergebnisse zumindest verbal beschönigt werden. Dies ist der chinesischen Regierung ebenso bewusst, wie die Tatsache, dass eine unzufriedene Bevölkerung an der Macht "kratzen" könnte. Es bleibt also zu hoffen, dass der politische Druck entsprechend schnell Wirkung zeigt. Gelingt dies der Regierung nicht, könnte sich die "dicke Luft" in den Megametropolen Chinas schnell politisch entladen und zu einem nicht mehr kontrollierbaren Gewitter werden.

In der nachfolgenden Grafik finden Sie die Daten für den Feinstaub der Stadt Peking (gemessen nach PM2.5, da eben genau die kleinen Teilchen besonders wichtig sind) für die letzten 24 Messungen. Den aktuellen Wert der letzten Messung kann man auf jeder Seite unterhalb der Navigation auf der linken Seite sehen.

Wochenübersicht

Die Feinstaub-Werte in Peking (ebenfalls gemessen nach PM2.5) innerhalb von 24 Stunden.

Wochenübersicht nach Stunden

Die Feinstaub-Werte in Peking (gemessen nach PM2.5) innerhalb einer Woche, Messwerte stündlich (168 Messungen).

Luftverschmutzung in Peking nach PM10

Jahredaten für Feinstaub in Peking nach PM2.5

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt angesichts der vom Feinstaub ausgehenden Gesundheitsgefahren in ihren WHO-Luftgüte-Richtlinien einen Grenzwert für Feinstaub nach PM2.5 (PM = particulate matter) ein Jahresmittel von 10 µg/m³. Anhand der 104 Tagesdurchschnittswerte für das Jahr 2012 die wir für Peking protokolliert haben, ergibt sich ein Jahresmittel von 145 µg/m³.

Das Tagesmittel für PM2.5 nach WHO liegt bei 25 µg/m³ ohne zulässige Tage, an denen eine Überschreitung möglich ist. Nach internationalem Standard kann die Luft als "gut" bezeichnet werden, solange der Tagesmittelwert unter 50 µg/m³ liegt. In Peking gab es 2012 bereits 6 Tage an denen die Luft "gut" war. An 98 Tagen war die Luft "mäßig", an 75 Tagen "ungesund für empfindliche Personen", an 60 Tagen "ungesund", an 17 Tagen "sehr ungesund" und an 2 Tagen "gefährlich". Der niedrigste Tagesdurchschnittswert wurde am 08.02.2012 (API: 38) und der höchste Tagesdurchschnittswert wurde am 21.03.2012 (API: 334) ermittelt. Für einzelne und zum Teil mehrere Stunden weichen die Werte der gemessenen Luftverschmutzung jedoch teilweise erheblich ab.

China hat, sicherlich aufgrund der schlechten Luft in nahezu allen Millionenmetropolen, einen eigenen Standard zur Messung der Schadstoffbelastung. Die nach Chinas neuem Grenzwert maximal erlaubte Menge an PM2.5 Partikeln beträgt 75 µg/m³. Gemessen daran wurden 2012 die Grenzwerte in Peking an 19 Tagen eingehalten und an 85 Tagen überschritten. Am 21.03.2012, dem Tag mit der höchsten Feinstaubbelatung 2012, wurde der maximale Grenzwert um das 4,45-fache überschritten.

Jahredaten für Feinstaub in Peking nach PM10

Nach massiver öffentlicher Kritik hat die Umweltbehörde in Peking im Januar 2012 damit begonnen, die Messungen der Luftqualität anhand der PM2.5-Feinstaubdichte und nicht anhand der PM10-Feinstaubdichte vorzunehmen. Dennoch werden die PM10-Werte noch oftmals in anderen Zusammenhängen verwendet. International liegt das tägliche Limit bei einer Messung nach PM10 bei 50 µg/m³. Dieser Wert darf innerhalb eines Jahres nicht öfters als an 35 Tagen überschritten werden. Der Jahresdurchschnitt soll nicht höher als 40 µg/m³ betragen. China hat aber auch hier eigene Regeln. Der Höchstwert bei einer Messung nach PM10 überschreitet in städtischen Gebieten erst mit 150 µg/m³ die chinesischen Grenzwerte. Der Jahresdurchschnitt in China beträgt 70 µg/m³. "Blauer Himmel" wird in Peking ebenfalls anhand der PM10-Feinstaubwerte ermittelt. Wie of es in einem Jahr in Peking einen "blauen Himmel" zu sehen gab, richtet sich danach, wie oft der PM10-Feinstaubwert die Grenze von 50 µg/m³ nicht überschritten hat.

Für das Jahr 2012 können aufgrund der bisher 137 verstrichenen Tage nachfolgende Aussagen getroffen werden. An 118 Tagen wurden die internationalen Grenzwerte von 50 µg/m³ überschritten. Anhand der chinesischen Grenzwerte von 150 µg/m³ wurden die Grenzwerte an 9 Tagen überschritten. Der Jahresdurchschnittswert der PM10-Feinstaubdichte liegt bislang bei 91 µg/m³. Aus Sicht der chinesischen Behörden gab es dieses Jahr bereits 19 Tage mit einem "blauen Himmel". Alle Tage mit "blauen Himmel" waren allerdings "mit bloßem Auge" nicht als solche zu erkennen waren.

Verbotene Stadt

Die Verbotene Stadt im Herzen von Peking ist die Touristenattraktion in China. Die Verbotene Stadt war mehr als die politische Schaltzentrale eines Weltreichs. Sie war nach der Vorstellung der Chinesen das Zentrum des Universums.

Uhrzeit in Peking

Heute ist Samstag, der 19.05.2012 um 04:32:03 Uhr (Ortszeit Peking) während in Deutschland erst Freitag, der 18.05.2012 um 22:32:03 Uhr ist. Die aktuelle Kalenderwoche ist die KW 20 vom 14.05.2012 - 20.05.2012.

China umspannt mit ihrer enormen Ausdehnung die geographische Länge von fünf Zeitzonen. Dennoch hat China überall die gleiche Zeitzone. Ob Harbin in Nordchina, Shanghai an der Ostküste, Hongkong in Südchina oder Lhasa im Westen - es gibt genau eine Uhrzeit. Die Peking-Zeit. Eingeführt wurde die Peking-Zeit 1949. Aus den Zeitzonen GMT+5.5, GMT+6, GMT+7, GMT+8 und GMT+8.5 wurde eine gemeinsame Zeitzone (UTC+8) für das gesamte beanspruchte Territorium. Da die politische Macht in China von Peking ausgeht, entstand die Peking-Zeit.

Der chinesischer Nationalfeiertag ist am 1. Oktober. Es ist der Jahrestag der Gründung der Volksrepublik China. Bis zum 1. Oktober 2012 sind es noch 136 Tage.

Das Wetter in Peking

  OSO 3,2 km/h
  ca. 0,0 km
  
  20 C° Celsius
   72%

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